Entstehung

Eine modernisierte Kläranlage für den Bereich Alzette/Mess entsteht (traduction FR libre)

Gegen Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich die Gewässergüte der Alzette zunehmend verschlechtert. Die Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgungsnetze und die wachsende Kanalisierung führte immer mehr Abwasser ungeklärt den Vorflutern zu. Die hieraus entstandene Gewässerverschmutzung wurde durch den ökonomischen und demographischen Aufschwung der Nachkriegszeit noch wesentlich verstärkt.

KA ancienne modif

Anfang der 60er Jahre wurde dann erstmals ein Konzept zur Abwasserreinigung erstellt, welches vorrangig das Einzugsgebiet der Alzette behandelte, da die Verschmutzung hier alarmierende Ausmaße angenommen hatte. Mit der Inbetriebnahme der biologischen Kläranlage Esch/Schifflingen waren nunmehr die Städte Esch/Alzette und Schifflingen sowie die Ortschaften Zolwer, Ehleringen der Gemeinde Sanem und die Ortschaften Monnerich, Steinbrücken und Bergem der Gemeinde Monnerich als auch die Ortschaften Limpach, Pissingen, Ehlingen der Gemeinde Reckingen/Mess in der Lage, ihre Abwässer gereinigt in die Alzette einzuleiten. Weiter flussabwärts wurden zwischen 1964 und 1980, weitere Kläranlagen mit einer gesamten Abwasserreinigungsleistung von mehr als 550.000 EGW im Einzugsgebiet der Alzette in Betrieb genommen. Die Gewässergüte wurde nach und nach wieder hergestellt und im unteren Flusslauf der Stadt Luxemburg siedelten sich wieder die ersten Fische an. Auch auf französischer Seite wurde in den 90er Jahren in Audun-le-Tiche ein neues Klärwerk errichtet, welches das ganze Einzugsgebiet der französischen Alzette erfaßt.

Die bisher getroffenen Maßnahmen trugen zu einer wesentlichen Verbesserung der Wasserqualität der Alzette bei, dennoch blieb der Gewässergüte-Index, vor allem bei Niedrigwasser in den Trockenwetterperioden, mittelmäßig bis schlecht.

Die schlechten Werte sind vor allem auf die hohen Konzentrationen der eutrophierenden Stoffe Stickstoff und Phosphor zurück zu führen. Damals beschränkte sich die Abwasserreinigung vorwiegend auf die organisch leicht abbaubaren Stoffe. Nitrifikation, Denitrifikation und Phosphor- elimination waren nicht weit genug entwickelt und wurden nicht systematisch in großen Klärwerken eingesetzt. Die EU-Richtlinie 91/271/EWG vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von kommunalem Abwasser fordert, dass alle Kläranlagen mit einer Kapazität größer als 10.000 Einwohnergleichwerten mit einer dritten Reinigungsstufe ausgerüstet werden müssen, um die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser zu entfernen. Um diesen neuen Anforderungen Rechnung zu tragen, ist die Modernisierung von veralteten Kläranlagen als absolut vorrangig bzw. unumgänglich zu betrachten.

Hinzu kommt, dass die neue europäische Wasserrahmenrichtlinie, welche bis Ende 2003 in das nationale Recht umgesetzt werden soll, die Mitgliedstaaten auffordert, ihre Gewässer bis spätestens 2015 wieder in einen „guten Zustand“ zu bringen. Bei Oberflächengewässer bezieht sich dieser Zustand nicht nur auf die Wasserqualität, sondern berücksichtigt ebenfalls den öko- momorphologischen Zustand der Gewässer. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein verbindliches Maßnahmenprogramm und ein Bewirtschaftungsplan erarbeitet. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Reinhaltung der Fließgewässer eine unumgängliche Voraussetzung darstellt, um diesen guten Zustand zu erreichen, da nur eine gute Wasserqualität den Lebenserhalt einer vielfältigen Biozönose im Ober- flächengewässer ermöglicht. Somit müssen weitere Anstrengungen betreffend die Ertüchtigung der veralteten Klärwerke, insbesondere im Alzettetal, erfolgen. Die Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage von Esch/Schifflingen stellt somit einen wesentlichen Schritt in diese Richtung dar.

Sivec mapEinzugsgebiet der Kläranlage Schifflingen

Sivec du cielTop